Archiv nach Kategorien: Australien 2009/10

Ostküste nach Süden

Nachdem wir unsere Reise in den Süden angetreten haben war unser erster größerer Zwischenstopp auf den Whitsunday Islands. Dorthin ging es mit einem recht schnellen Schlauchboot, das von zwei Yamaha Ausenbordern zu je 225 PS angetrieben wurde. Außer uns drei Hübschen waren noch etwa 25 andere Passagiere, der Kapitän und seine Gehilfin an Bord. Die Inseln haben den reinsten und feinsten Quarzsand von ganz Australien an den Stränden liegen. Wir machten kurze Stopps zum Schnorcheln an Korallenriffen und zum Sonnen am weißen Sandstrand.
Unser nächster großer Stopp war auf Fraser Island. Diese etwa 125 km lange Insel besteht komplett aus Sand und beherbergt Australiens letzte reine Dingopopulation. Auf dieser Insel gibt es keine einzige befestigte Straße. Und da die Insel ja nur aus Sand besteht, kommt man nur als geübter Fahrer mit einem allradbetriebenen Fahrzeug voran. Wir waren mit einer Bustur unterwegs und hatten einen erstklassigen Fahrer. Unterwegs trafen wir ziemlich viele ungeübte Fahrer, die dann dementrpechend mit ihren Autos im Sand den Weg für unseren Bus blockierten. Manche schafften es nicht mehr aus eigener Kraft wieder los zu kommen, diese mussten durch andere, hilfsbereite Fahrer mit der Seilwinde wieder herausgezogen werden. Während des Tages machten wir Stopp an einem natürlichen See, der das klarste Wasser hatte, das ich je gesehen habe. Dort durften wir sogar eine Stunde lang baden. An späteren Stopps entlang des etwa 90 km langen durchgängigen Sandstrand konnte man leider nicht mehr baden, da im Meer viele Haie, Rochen und Quallen gelauert haben. Unterwegs am Strand landete plötzlich ein Flugzeug, dessen Pilot uns dann zu einem Rundflug über die Insel mit an Bord nahm. Auf dem Rückweg machten wir dann noch etwas Wassertreten in einem klaren, kühlen Bach, der vom Herz der Insel ins Meer floss.
Ansonsten sind wir jeden Tag schön einige Kilometer richtung Süden gefahren, heute sind wir noch etwa 600 km von Sydney entfernt. Dort werden wir dann am Freitag unser Wohnmobil abgeben und ich werde am Samstag wieder nach Hause fliegen. Kerstin und ihre Mutter werden ebenfalls am Samstag weiter nach Neuseeland fliegen und sich dort erneut ein Wohnmobil leihen. Mehr zu diesen Trip gibt’s dann wieder auf Kerstins Blog zu lesen.

Hallo Hai!

Am Freitagabend kam Vroni, Kerstins Mutter, in Australien an. Kerstin und ich sind von Sydney nach Cairns geflogen, wo wir Vroni dann abends getroffen haben. Am nächsten Tag haben wir dann unser neues Zuhause – ein Wohnmobil – bei Apollo abgeholt. Da unser gebuchtes Vier-Personen-Fahzeug leider andersweitig in Gebrauch war, wurden wir kurzerhand geupgradet und haben ein Fahrzeug für sechs Personen erhalten. Mit diesem nun über sieben Meter langen Gefährt machten wir uns dann auf den Weg. Zuerst fuhren wir Richtung Norden, unser Ziel war Cape Tripulation. Auf dem Weg dorthin statteten wir einem weiteren Zoo einen Besuch ab. Kerstin und Vroni durften dort einen Koala knuddeln und wir konnten bei der Krokodilfütterung zusehen. Auf dem Weg lag auch ein „Regenwaldpark“. Dort gab es auf den ganzen verschiedenen Höhenstufen des Regenwaldes extra angelegte Stege. So konntee man vom Erdboden bis in die Gipfel der rießigen Bäume jede einzelne Schicht des Regenwaldes genaustens unter die Lupe nehmen. Wenn man genug Geduld aufbringen konnte, sah man Schmetterlinge und Vögel. Hören konnte man letztere die ganze Zeit. Nur hielten sie sich meist gut versteckt. Wie es sich für einen guten Regenwald so gehört, regnete es natürllich auch mehrmals sehr kräftig. Trotz des Regens wurde es nie kalt. Der Regen war also gar nicht unagnenehm.
Unser nächstes Highlight war gestern angesagt: Im Great Barrier Reef tauchen gehen! Mit einem großen schnellen Katamaran heizten wir über die Wellen um bis ans Riff zu gelangen. Während wir mit dem Boot unterwegs waren erklärte uns unser Divebuddy (Tauchleher/Tauchbegleiter) die Grundregeln des Tauchens. Die wichtigsten beiden Regeln sind zum einen niemals die Luft anhalten sondern schön kontinuierlich und langsam atmen und zum andern niemals schnell auftauchen. Missachtung beider Regeln kann schwerwiegende Folgen haben. Nach diesen beiden Regeln wurden uns die wichtigsten Handzeiichen gezeigt und erklärt. Da man unterwasser nicht miteinander sprechen kann, muss man wohl oder übel auf Zeichensprache zurückgreifen. Wir lernten die Zeichen für „alles OK“, „auftauchen“, „abtauchen“, „keine Bewegung“ und „habe keine Luft mehr“. Auch für die Sehenswürdigkeiten unter Wasser gibt es Zeichen. Zum Beispiel für „Clownfisch“ (mit dem Daumen der flachen Hand die Nase berühren), „Rießenmuschel“ (mit beiden Händen die Klappbewegung einer Muschel nachmachen) und natürlich auch für „Hai“ (mit einer flachen Hand eine Haifischfllosse auf dem Kopf andeuten) und „großer Hai“ (mit zwei flachen Händen übereinander eine große Haifischfllosse andeuten).
Als wir dann endlich am ersten Tauchpunkt angekommen waren konnten wir es kaum mehr erwarten ins Wasser zu kommen. Wir zogen unseren Tauchanzug samst Flossen, Atemgerät und Taucherbrille and und watschelten dem Divebuddy hinterher ans Heck unseres Katamarans. Ein großer Schritt in Richtung offenes Meer und wir plumpsten wie Steine ins Wasser. Das Meer war sehr angenehm warm. Vroni kam leider mit dem Atemgerät nicht so zurecht uns kam recht schnell wieder aus dem Wasser heraus. Sie versuchte sich dann erstmal mit dem Schnorchel. Kerstin und ich gingen dann zusammen mit unserem Divebuddy unterwasser nochmal einige Übungen für den Notfall durch. Zuvor hatten wir diese Übungen schon auf dem Trockenen geübt. Langsam sanken wir dann tiefer und tauchten total in diese völlig andere Welt ab.Egal wohin man blickte: Das Meer bot einem in jeder Ecke etwas neues und unglaublich schönes zum Ansehen. Als wir noch keine fünf Minuten im Wasser waren sahen wir auch schon den ersten Hai. Es war ein recht kleines Exemplar (zum Glück!) mit einer Körperlänge von geschätzen 70cm. Er war aber auch überhaupt nicht an uns interessiert und schwamm nur vorüber. In unzähligen Seeannemonen konnten wir viele Clownfische „Nemo“ entdecken. Sie wollten aber lieber nicht gesört werden.So bissen sie einen Schotten, der mit uns dreien tauchnen war, beim Versuch sie zu streicheln etwas in den Zeigefinger. Wir spielten auf dem Grund des Meeres mit Seegurken und steckten unsere Hände in Rießenmuscheln, die daraufhin lieber ihre Schalen schlossen. Nach diesem ersten Tauchgang sind wir noch zweimal jeweils eine halbe Stunde an anderen Stellen tauchen gegangen, um jedes Mal wieder neue Pflanzen, Tiere und Korallen zu entdecken.
Jetzt im Moment sind wir wieder mit dem Wohnmobil unterwegs, diesmal in Richtung Süden. Den nördlichsten Punkt haben wir mit Cape Tribulation schon seit zwei Tagen hinter uns, unser Fernziel heißt jetzt Sydney. Dort wollen wir allerdings erst in knapp zwei Wochen ankommen.

Neue Fotos!

Es gibt neue Fotos! Hier:
http://www.pixum.de/extalbum/4745599

Um die Fotos anzusehen braucht man ein Passwort. Das Passwort sind die fünf Anfansbuchstaben des folgenden Satzes (Groß- und Kleinschreibung beachten!!!):
Nino und Kerstin in Australien

Silvester in Sydney

Da Australien internettechnisch schon etwas hinter dem Mond lebt, kommen wir leider recht selten online. Seit dem letzten Blogeintrag ist schon viel passiert. Wir sind am 26. Dezember mit dem Zug von Adelaide nach Melbourne aufgebrochen. Von Kerstins WG hab ich mich verabschiedet, da ich nicht mehr dorthin zurückkehren werde. Von Melbourne aus haben wir zwei Tagesausflüge gemacht. Einer führte uns nach Phillip Island, einer kleinen Insel in der Nähe von Melbourne. Auf dieser Insel kommt jeden Abend eine der weltweit größten Zwergpinguinkolonien an Land und watschelt zu ihren Nestern zurück. Der zweite Tagesausfglug führte uns die Great Ocean Road entlang, eine sehr eindrucksvolle Straße entlang der australischen Südküste. Hier liegen unter Anderem Bell’s Beach, Australiens berühmtester Surfstrand und die zwölf Apostel, eine einzigartigen Felsformation aus sieben alleine stehenden Türmen im Meer.
Am 29. Dezember sind wir mit dem Flieger weiter nach Sydney gereist und dort abends Fabi, einen Freund von mir aus meinem Studium, getroffen. Fabi studiert seit etwas mehr als einem halben Jahr in Sydney und beschreibt seine Erfahrungen auf seinem Blog „Fab Down Under“ (siehe Linkliste). Am 30. Dezember haben Kerstin und ich etwas verrücktes gemacht: Wir sind aus einem fliegenden Flugzeug gesprungen. Dazu sind wir mit einem Bus zu einem Flugplatz etwas außerhalb von Sydney gefahren. Nach einer kurzen Einweisung durch unseren Dive Buddy haben wir auch gleich unsere Sprunganzüge und Gurte angelegt. Nun mussten wir noch die Landung unseres wirklich winzigen Flugzeugs abwarten. Drin saßem dann Kerstin, ich und zwei andere mutige samt unseren Tandempartnern. Als wir dann auf etwa 4000 Metern waren und unser jeweiliger Buddy uns an seinen Fallschirm gegurtet haben, ging auch schon die Tür des Flugzeugs auf. Mein Mund war etwas trocken und mein Puls wohl recht hoch. Doch zum drüber nachdenken, was ich da gerade im Begriff zu tun bin, war keine Zeit. „Put your legs out, cross your arms on your breast“ übertönte von hinten die Stimme meines Buddys den Flulärm (auf deutsch: „Häng deine Füße raus und kreuze deine Arme vor der Brust“). Und schon saß ich nicht mehr im Flieger. Mein Bauch schlug Purzelbäume wie in der Achterbahn. Nur besser. Wir schlugen auch einen Purzelbaum und sahen die offene Türe des Flugzeugs noch kurz über uns, dann wurde der Flieger sehr schnell sehr viel kleiner. Der Wind rauschte immer schneller an meinen Ohren vorbei und ich breitete die Arme aus wie ein Vogel seine Flügel. Es war wirklich ein tolles Gefühl! Nach einem langen freien Fall und einer immer größer werdenden Erde unter uns gab mir mein Buddy ein Zeichen und zog die Reißleine. Der gelbe Schirm öffnete sich kurz über den Wolken auf etwa 1000 m und bremste unseren atemberaubenden Fall. So segelten wir langsam durch die Wolken und konnten die kühle Frische darin auf der Haut fühlen. Jetzt konnten sich mein Buddy und ich auch wieder unterhalten, da der tosende Wind aufgehört hatte und es plötzlich erstaunlich still war. Als wir die Wolken wieder verlassenhatten, konnte ich einige Meter vor uns Kerstin mit ihrem Buddy unter einem leuchtend grünen Schirmm gleiten sehen. So schwebten wir langsam der Erde wieder entgegen und mein Buddy zeigte mir, wie ich einen Fallschirm selbst steuern kann. Unten kamen wir kurz vor Kerstin an und blieben sogar auf den Füßen. Kerstin landete auf dem Hintern 🙂
Abends mussten wir in eine andere Jugendherberge umziehen, da wir nicht durchgehend in einer buchen konnten. Um Silvester ist in Sydney nahezu alles ausgebucht. Diese zweite Juhe war ein absoluter Glücksgriff: Ein rießengroßes altes Schloss, das das Jahr über normalerweise als Internat dient, wird in den Sommermonaten in eine Jugendherberge verwandelt.
Am nächsten Tag war Silvester und wir hatten uns mit Fabi, Brad, Emma, Frieda und Maria (von Kerstins Uni) um 9oo Uhr morgens am Botanischen Garten in Sydney verabretet. Dort war schon eine schier unendlich lange Schnange an der wir uns anstellen mussten. Gegen 11oo waren wir dann endlich im Garten und hatten einen ganz brauchbaren Blick auf das Opernhaus und die Harbourbridge. Um das Feuerwerk zu sehen mussten wir allerdings noch eine ganze Weile warten. Es waren zwei Feuerwerke angekündigt: Das erste um 21oo Uhr, dieses war für die Familien mit Kindern bestimmt. Das zweite sollte dann um Mitternach stattfinden. Die Zeit haben wir uns mit Spazierengehen im Garten und Essen und Rumlümmeln im Gras vertrieben. Beide Feuerwerke waren später ganz nett, besonders die Feuerwerkskörper, die im Wasser explodierten und anschließend hoch in den Himmel schossen. Jedoch hätten wir uns von dem so berühmten Feuerwerk in Sydney zu Silvester etwas mehr erwartet.
Am ersten Tag des neuen Jahren machten wir mit Fabi zusammen einen sehr spontanen Ausflug mit dem Zug in die Blue Mountains (=Blaue Berge). Ihren Namen verdanken sie dem verdunstenden Öl der abertausenden Eukalyptusbäume. Diese Öl liegt wie ein blauer Schleier in der ganzen Luft durch den alles etwas blau erscheint.
Vom 2.1. bis 5.1. waren wir Dorothy, sozusagen die Institutsmama von Kerstins Institut an der Uni, bei ihren Eltern besuchen. Sie wohnen etwa zwei Zugstunden südlich von Sydney und hat uns in ihrem Heimatdorf Bowral alle Sehenswürdigkeiten gezeigt. Seit dem 3.1. waren auch Brad und Emma (ebenfalls Freunde von Kerstin von der Uni) bei Dorothy zu Besuch. Gerade im Moment fahren wir wieder mit dem Zug nach Sydney.

Outback

Am Sonntag sind Kerstin und ich mit „The Ghan“, dem Zug, der von Süden nach Norden den ganzen Kontinent durchquert, von Adelaide nach Alice Springs, ins Zentrum des Kontinents, gefahren. Die Zugfahrt dauerte etwas mehr als 24 Stunden, währenddessen hat sich draußen nur die Landschaft etwas verändert. Von wenig Bäumen und etwas Grün nach kaum bis gar keine Bäume und kein Grün. In Alice Springs angekommen sind wir bei Aussteigen aus dem Zug wie gegen eine Wand gelaufen: Es hatte so um die 40°C!! Dort mieteten wir uns nach einigem Rumgezicke seitens der Autovermieter ein Auto (kurzerhand bei einem anderen, der erste hatte irgendwas an unserer Kreditkarte rumzumeckern…) und fuhren in den Ayers Rock/Uluru Nationalpark. Am nächsten Morgen besichtigten wir dann jenen heiligen und wunderschönen Felsbrocken inmitten den ansonsten völlig flachen australischen Outback (Fotos folgen, wie immer etwas später 😉 ). Am Mittwoch durften wir einen bilderbuchhaften Regenguss in der Wüste erleben. Ich glaube, so einen heftigen Regen habe ich selten, wenn nicht sogar noch nie erlebt. Heute mittag sind wir dann wieder in Adelaide angekommen und sind im Moment am planen, wie wir heute abend Weihnachten feiern werden. Morgen früh gehts dann, wieder mit dem Zug, nach Melbourne.
In diesem Sinne: Frohe Weihnachten an alle!

Adelaide

Vorgester bin ich dann gegen 10oo Uhr in Adelaide angekommen, Kerstin hat mich vom Flughafen abgeholt. Anschließend hat Kerstin mich etwas über den Unicampus geführt und mir ihr Büro gezeigt. Nachmittags musste ich mich dann erstmal etwas hinlegen um dem Jetlag entgegenzuwirken. Abends wurde dann hier Kerstins Wohnung mit den Mitbewohnern zusammen Spaghetti-Känguruh gekocht. Sehr lecker!
Gestern hat Kerstin ihre restliche Arbeit an der Uni beendet und wir waren in „Avatar“ im 3D-Kino. Außerdem hab ich Vegemite gegessen. Mir schmeckts.

So, jetzt müssen wir uns beeilen, es geht nämlich zum Strand!

Sydney

Jetzt gerade sitze ich in Sydney am Flughafen und warte auf meinen Anschlussflug nach Adelaide. Hier ist es nicht mehr so warm wie es gestern abend noch in Singapur war. Aber es ist ja auch erst acht Uhr morgens 🙂
Die Reise bisher verlief völlig problemlos, eigentlich total langweilig. Jetzt freu ich mich, Kerstin in gut zwei Stunden endlich wieder zu sehen!

Nino is wieder weg

Schon witzig: Da steigt man kurz vor Mitternacht in Deutschland bei klirrender Kälte in ein Flugzeug, fliegt nur etwa zehn Stunden und steigt anschließend um kurz vor sechs Uhr abends in einem völlig unwirklich wirkenden, waremen und feuchten Singapur wieder aus. Irgendwie ist die Zeit dazwischen flöten gegangen. Und die Kälte von zu Hause auch. Der Flug war recht kurzweilig, nach einem Abendessen im Flieger hab ich es nichtmal geschafft, einen Film aus dem bordeigenen Unterhaltungsprogramm zu Ende zu schauen. Mir sind recht schnell die Augen zugefallen und ich habe (natürlich mit einigen Unterbrechungen) ungefähr sechs Stunden geschlafen. Meine Sitznachbarn waren (zum Glück?) nicht sehr gesprächig, wir haben so ziemlich genau kein einziges Wort miteinander gewechselt.
Jetzt sitzte ich gerade am Changi-Flughafen in Singapur im Garten und warte auf den Weiterflug nach Sydney. Wir mussten alle das Flugzeug verlassen, fliegen aber mit der selben Maschine weiter.