Am Freitag um 12:50 bin ich in Santiago abgeflogen. War nicht ganz einfach, der Abschied. Aber ich hatte ja genug, um mich auf zu Hause wieder zu freuen. Gestern am Samstag bin ich gegen halb 2 mittags sicher wieder in Stuttgart gelandet. Alles in Allem wars eine super Reise, ich hab das halbe Jahr sehr genossen!
Vielen Dank an alle, die meinen Bog gelesen haben und von denen ich so nette Resonanz erhalten habe! Ihr seid super Leser!
Archiv nach Monaten: September 2009
Nino ist wieder zu Hause
Argentienen betreten und wieder verlassen
Hallo, da bin ich mal wieder 🙂
Unser zweiter Angriff auf Argentinien ist uns geglückt, wir sind heil drüben angekommen. Dort haben wir allerdings außer ziemlich vielen Staubteufeln und kleinen Tornados nicht viel gesehen. Nichtmal die Orte, die in der Karte eigentlich eingezeichnet waren.
Naja, drei Tage nach unserer Ankunft in Argentinien sind wir auch schon wieder über Mendoza nach Santiago zurückgefahren. Am Sonntag vergangene Woche haben meine Eltern dann die Heimreise angetreten und seit dem Montag danach bin ich hier in Santiago an der Sprachschule und verbessere mein Spanisch.
Die Wohnung, die ich über ContactChile vermittelt bekam, habe ich nicht bezogen. Die war eklig. Noch nie geputzt, hat gestunken, im Bad war alles kaputt und rostig… Nee, das wollte ich mir nicht antun. Daher wohn ich jetzt die letzten beiden Wochen einfach im Hostel. Is sogar billiger, als die versiffte Wohnung.
Vorletzte Nacht und die Nacht davor hats hier bei mir im Zimmer allerdings auch ziemlich gestunken. So ein Brasilianer hat im Bett unter mir geschlafen und ich glaub, der hat sich schon mindestens ein Jahr lang nicht mehr geduscht. So schlimm riechts noch nichtmal in ner Eishockeyumkleide und das will was heißen. Bin dann kurzerhand ausgezogen und hab mein Zimmer getauscht.
Seit letztem Wochenende bin ich hier auch schon mehr oder weniger fleißig am Regelungstechnikbüffeln, die Prüfung kommt auch schon bald.
Naja, ansonsten ist hier nicht mehr viel passiert: Den chilenischen Unabhängigkeitstag hab ich gut überlebt, jetzt freue ich mich auf meinen Heimflug am Freitag und auf mein eigenes Bett, wo ich endlich mal nicht meine Füße über die Kante baumeln lassen muss…
Neues Fotoalbum
…siehe links unten.
Leider hab ichs noch nicht geschafft, sie zu sortieren. Also lasst euch nicht verwirren, wenn die zeitliche Reihenfolge halt so absolut garnicht passt.
Nino
Die Bilder sind jetzt in der richtigen Reihenfolge und beschriftet.
Kerstin
Angriff abgewehrt
Leider wurde unser erster Versuch nach Argentinien zu fahren vereitelt. Der Pass oberhalb des Valle del Elqui sei einer telefonischen Auskunft des Grenzposten zufolge frühestens Anfang November befahrbar. Momentan liege auf der Passhöhe, die immerhin gut auf die 5000m-Marke zugeht, eine etwa fünf Meter dicke Schneedecke. Das wäre vermutlich selbst für unseren Nissan X-Trail mit Allradantrieb zu viel. Also haben Horst und ich uns den gestrigen Tag mit einer Offroad-Ausfahrt auf je einer KTM 690 Enduro versüßt. Zusammen mit einem münchner Führer sind wir zuerst einige km auf der Straße und anschließend auf sandiger, schlammiger und steiniger Piste auf einen kleinen Pass hinauf, der ins Nachbartal führte. Nach einem knappen Jahr Motorradentzug war das ein tolles Gefühl, mal wieder auf zwei motorisierten Rädern unterwegs zu sein!
Da unsere Telefonauskunft uns mitteilte, dass der nächste Pass weiter nördlich offen hat, führte uns unsere Reise heute ins knapp 400km weiter nördlich und somit mitten in der Atacamawüste gelegene Copiapó. Morgen werden wir uns dann in östlicher Richtung erneut die Anden hinaufschlängeln und die zweite Angriffswelle starten 🙂
Angriff auf Argentinien
Vor einer guten Woche, am Sonntag, sind meine Eltern in Santiago angekommen. Gleich nach ihrer Ankunft sind wir zu Gerhard, wo ich vor Kerstins Ankunft einige Tage gewohnt habe, zum Brunch eingeladen gewesen. Am Montag haben wir uns zwei Autovermietungen und zwei Sprachschulen angesehen, am Dienstag dann ein Auto gemietet. Die Autoreise führte uns zuerst zum Cajón del Maipo, dem Lieblingstal der Bewohner Santiagos. Das war auch leicht an dem ganzen Müll, der die Straßen säumte, zu erkennen. Nachdem die Straße irgendwann aufhörte und wir über eine Stunde auf holpriger Schotter- und Erdpiste unterwegs waren, hatten wir uns die Berge schon bis zur Schneegrenze hinaufgeschlängelt. Horst und Gina glaubten schon nicht mehr daran, dass wir auf diesem Wege noch irgend eine Übernachtungsmöglichkeit finden würden. Doch siehe da: Als die Hoffnung schon fast verflogen war und Horst ein Weiterfahrlimit von zehn Minuten gesetzt hatte, tauchte eine erstklassige Hütte des deutschen Andenvereins (kurz: DAV, wie der Alpenverein) auf. Dort gab es zum Glück gerade noch drei Betten, alle anderen waren von einer Gruppe Brasilianer und Kanadier belegt, welche sich die Hütte als Basislager für ihr Heliskiing ausgesucht hatten.
Am nächsten Morgen beobachteten wir zwei Starts des kleinen Helikopters, der die Leute hoch auf den Vulkan Maipo brachte, um sie später wieder unten auf zu sammeln.
Nachdem wir nun auf einer weitere Stichstraße eine Lagune suchten und dabei fast unseren Jeep im Schnee versenkt hätten, ging es dann auf der Autobahn gegen Süden. In Curicó, etwa 200km südlich von Santiago, fanden wir ein recht schickes Hotel. Am Donnerstag gurkten wir dann in Richtung Küste und diese dann entlang, weiter Richtung Süden. Der Freitag war für die Rückreise nach Santiago reserviert, dort mussten wir uns die Erlaubnis abholen, mit dem Auto nach Argentinien ein zu reisen.
Am Samstag fuhren wir über die „Isla Negra“, eines der Häuser Pablo Nerudas an der Küste etwa 50km südlich von Valparaíso in selbige Stadt. Da das Sheraton Miramar in Viña del Mar unsere Anwesenheit nicht zu schätzen wusste, nächtigten wir im Hotel „Oceanic“, einige Kilometer weiter nördlich. Das Zimmer ging direkt zum Meer hinaus, das Hotel selbst war auf einer Klippe direkt über der Küste errichtet worden.
Der Sonntag wurde komplett in Valpao und Viña mit Stadtführungen unter meiner Leitung verbracht, sodass wir an diesem Tag nur etwa fünf Kilometer weiter nach Norden vorrückten.
Gestern wollten wir dann etwas mehr Strecke zurücklegen und schafften es fast bis nach La Serena. Zufällig fanden wir nahe der Autobahn ein Hotel, das Gina wegen der Thermalbäder sofort zusagte. Ich selbst nutzte die frühe Stunde (es war bei Ankunft gerade mal 16:30), um endlich mal wieder laufen zu gehen. Anschließend konnte ich sogar noch mit Horst bei Tageslicht im Pool schwimmen und ich konnte mich endlich mal wieder so richtig austoben!
Heute ging es dann das letzte Stück vollends weiter nach La Serena, wo ich jetzt im Moment im Hotel sitze und diesen Artikel schreibe. Langsam werde ich allerdings müde, mir fallen gleich die Augen zu. Der Plan für morgen ist nach Vicuña und ins Valle del Elqui zu fahren, am Donnerstag wollen wir die chilenisch-argentinische Grenze in Angriff nehmen.

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