Das Jahr beginnt spannend!

An Neujahr sind Kerstin und ich auf einen Bootstrip mit Uwe, einem deutschen Touristenführer, mitgefahren. Der Plan war, an den Polo Beach zu fahren und dort den ganzen Tag mit Schnorcheln, Baden und Grillen zu verbringen. Das erste Problem gab es bei der Durchfahrt durchs Riff zum Strand. Dort fiel der Motor kurz aus und wir schrammten etwas übers Riff. Das zweite Problem gab’s dann am Strand. Dort wurde erkannt, dass außer Kerstin, mir und zwei anderen Gästen von Tio Tom keiner was zu essen dabei hatte. Die Idee, den Bootsfahrer zurückzuschicken um Essen zu holen, konnte nicht umgesetzt werden, weil nun Problem Nummer drei inkraft trat: Durch den starken Wellengang haben wir auf der Hinfahrt viel zu viel Sprit verbraucht und für eine Rückfahrt war nun zu wenig vorhanden. Eine Lieferung eines Ersatzkanisters durch ein Wassertaxi wurde dadurch vereitelt, dass alle Tankstellen an Neujahr geschlossen haben. Zudem wurde der Wellengang immer stärker und sowohl der Bootsfahrer als auch Uwe waren der Meinung, dass man nun selbst mit genügend Kraftstoff das Riff nicht mehr gefahrlos überqueren kann. Unser großes Glück war, dass wir auf der selben Insel waren, wie auch unsere Bleibe, wir befanden uns lediglich auf der anderen Seite und dazwischen lag Dschungel.

Als wir das Boot schließlich an Land gezogen und alles für eine Heimwanderung vorbereitet hatten, kam wie aus heiterem Himmel ein zweites Boot an den Strand gefahren. Ob das nun unsere Rettung oder deren Verderben war, wussten wir nicht. Die Planänderung lautete nun: Frauen und Kinder (letztere waren jedoch nicht vorhanden) mit aufs Boot, die Männer laufen. Sonst wäre das Boot hoffnungslos überladen gewesen. Beim Zuschauen, wie der neue Bootsfahrer nun mit den ganzen Leuten das Riff verlies und über die Wellen sprang war uns Hinterbliebenen nicht so ganz wohl. Kurze Zeit später konnten wir das Boot samt Besatzung jedoch weiter draußen auf dem Meer, hinter der Brechlinie, wo die Wellen sehr viel schwächer waren, erkennen. So wanderten wir dann nach Hause und alle kamen heil an.

Am nächsten Tag abends hörten wir von Uwe, dass er mit seinem Bootsführer sein Boot holen gegangen war. Zumindest hatte er den Versuch unternommen. Beim Überqueren des Riffs fiel sein Motor wieder aus und lies sich nicht mehr starten. Daraufhin trieb das Boot immer näher auf die messerscharfen Korallenbänke zu, wurde parallel zu den Wellen gedreht und drohte zu kentern. Im letzten Moment konnten sich beide durch einen Sprung ins Wasser retten. Der Bootsfahrer konnte unverletzt an Land schwimmen, Uwe wurde aufs offene Meer getrieben. Das Boot schrammte währenddessen kieloben über das Riff und der Bootsfahrer versuchte Hilfe zu holen. Später erwischte Uwe eine andere Strömung. Diese zog ihn wie ein Stück Strandgut über die Korallen um ihn schließlich mit erstaunlich wenigen Verletzungen an den Strand zu schwemmen. Das Boot war bereits dort, der Motor nun völlig im Eimer.

Ich denke, Uwe wird keine Bootstour mehr an diesen Strand machen…

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