Archiv nach Monaten: April 2009

Der Winter naht

So langsam merkt man hier echt, dass es Winter wird. Die Tage, an denen die Sonne scheint, werden immer weniger. Und an Tagen, an denen keine Sonne scheint, ist es ziemlich frisch. Die Temperaturen sind zwar für deutsche Verhältnisse nicht kalt, da es hier aber in den Häusern und auch in der Uni keine Heizungen gibt, ist man diesen Temperaturen halt ständig ausgesetzt. Also auch wenn man am Schreibtisch sitzt und sich nicht bewegt. Und bei 12° am Schreibtisch zu sitzen, ist nicht gerade angenehm… An sonnigen Tagen wärmt sich die Luft im freien schon auch mal auf 25° – 30° auf. Leider kommt in meinem Zimmer und in meinem Labor ( = Südseite = Schattenseite) davon nicht viel an. Ich geh einfach immer ne runde am Strand laufen, sobald mal die Sonne raus kommt. Danach hat sich mein Körper dann wieder ordentlich aufgeheizt und Sonne getankt.
Jetzt hol ich mir ne Decke und wickel sie um meine Beine…

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen

Nachdem ich am Sonntag im Meer baden war, gings mir am Montag und Dienstag ziemlich schlecht. Wahrscheinlich hab ich zu viel ungeklärtes Meerwasser geschluckt und mir damit den Magen verdorben. Am Montagabend wurde meine Einstellung, was die Sicherheit hier im Lande betrifft, leider in ihren Grundfesten erschüttert. Aber mal sehn, was die restliche Zeit noch so bringt 🙂

Am Mittwoch habe ich mich endlich mal mit meinem Prof hier zusammensetzten können, damit wir mal besprechen, wie denn der genaue Ablauf meiner Arbeit aussehen soll, v.a. da meine SPS immer noch nicht wieder funktioniert. Nächste Woche soll sie kommen… Auf jeden Fall haben wir uns jetzt einen konkreten Zeitplan und auch einige konkrete Punkte erarbeitet, die es abzuarbeiten gilt. Irgendwie kommt das alles aber nur sehr langsam und mühsam voran. Ich hoffe, das wird besser, wenn die SPS endlich da ist.

Mit der Sprache wirds auch jeden Tag besser. Leider hab ich an manchen Tagen kaum etwas mit Leuten zu tun, wenn ich viel am Schreiben bin für meine Arbeit zum Beispiel. Aber ich hab jetzt angefangen, chilenisches Fernsehen zu schauen. Simpsons auf spanisch sind schon echt witzig!
So, jetzt hat mich gerade ein Freund aus Viña del Mar angerufen, werden heute abend noch weggehn. Anschließend übernachte ich entweder in Viña oder ich lass mich mit dem Taxi bis vor die Haustüre fahren. Laufen werd ich sicherlich nicht…

Schaut auch fleißig meine Fotos an, da ändert sich auch ständig was, auch wenn ich mal nix poste 🙂

Im Meer baden gewesen

Heute hab ich es das erste Mal geschafft, mich hier in den Pazifik zu begeben. Das Wetter sah irgendwie wärmer aus, als es wirklich war. Aber ich hatte mir in den Kopf gesetzt, ne Runde schwimmen zu gehen, also musste das auch passieren. Da es aufgrund der hohen Wellen keine Chance gab, sich langsam an die Wassertemperatur zu gewöhnen, bin ich halt auf einmal rein. Das brannte wie tausend kleine Nadelstiche. Aber wenn man dann mal drin ist und sich bewegt, gehts eigentlich mit der Kälte. Ich schätze mal, das Wasser hatte so 15° rum. Nur richtig schwimmen konnte ich dann trotzdem nicht. Dazu waren die Wellen zu hoch. Ich wurde ständig hoch und runtergeschaukelt und beim Luftholen musste ich den Kopf recht weit aus dem Wasser strecken um nicht den halben Ozean aus zu trinken.
Gestern Abend hab ich hier für die ganze Baggage Kartoffelsalat mit Fleischküchle gekocht. Hat ihnen recht gut geschmeckt, so wie ich die nicht vorhandenen Reste interpretiere 🙂 Im Fotoalbum gibts ein paar Bilder von den rießigen Mengen an Kartoffelsalat. Nach dem Esen war ich mit meiner Mitbewohnerin Dani die nächtlichen Straßen der Nachbarstadt Viña del Mar unsicher machen. Wir haben uns mit einigen Freundinnen und Freunden von ihr getroffen und sind anschließend in die Disco „Scratch“ gepilgert. Leider gabs da (fast) nur schlechte Musik. Aber die Leute warn nett und die Drinks recht günstig (Baccardi-Cola für $1000, das sind ca. 1,20€). Heute morgen sind wir dann gegen halb 7 todmüde wieder zu Hause angekommen.

Die erste Woche an der Uni und ein Ausflug ins Stadtzentrum

Jetzt ist die erste Woche hier in Chile schon vorbei und ich bin noch nichteinmal dazu gekommen, hier etwas über die Uni zu schreiben.
Am Montag Nachmittag hatte ich um 16oo einen Termin mit meinem Prof. Er hat mir mein Labor, das Helikoptermodell und die SPS gezeigt, woran ich mich in den nächsten Monaten auslassen kann 🙂
Ich wollte mich dann gleich an die Arbeit machen. Leider haben zwei Jungs, die auch mit der SPS arbeiten, es am selben Nachmittag noch geschafft die SPS kaputt zu machen. Jetzt muss ich warten bis wir eine neue bekommen. Bis dahin kann ich mich nur mit dem Helimodell und der schon vorhandenen Regelung am PC vertraut machen. Was allerdings kein großes Problem darstellt und demenstprechend mitlerweile schon geschehen ist… Aktuell wird die Regelung/Stabilisierung des Helis vom PC übernommen und meine Aufgabe ist es die Regelung mittels einer SPS zu realisieren, sodass der PC hierfür nicht mehr gebraucht wird.
Heute war ich mit dem Bus in der Innen-/Altstadt von Valpo. Vor der Busfahrt hatte ich etwas Respekt. Hier sieht man zwar ab und zu mal eine Bushaltestelle, doch bedeutet das nicht, dass da auch Busse halten. Wenn man mit einem Bus (dem sogenannten „Micro“) mitfahren möchte, sollte man vorher einen Einheimischen fragen, wo der gewünschte Bus denn überhaupt langfährt. Dann begibt man sie in die Straße, die der Bus entlangfährt. Sollte dann wirklich ein Bus kommen, muss man blitzschnell schauen, ob es die richtige Linie ist. Falls dem so ist, hält man schnell den Arm raus und hofft, dass der Fahrer einen sieht und auch gewillt ist, an zu halten (was natürlich nicht immer der Fall ist). Ist man erstmal im Bus, wirds erst richtig lustig: Der Fahrer fährt sofort los, lässt die Türe aber hinter einem offen. Dann bezahlt man 390$ (ca. 50cent). Der Fahrer gitbt einem eventuelles Wechselgeld raus, reißt einen Fahrschein von der Rolle und heizt währenddessen schon mit einem Affentempo um die nächste Kurve. Beim erstem mal Mitfahren hätte er mich damit fast rückwärts wieder hiniausbefördert. Jetzt hat man das Gröbste überstanden und sollte sich nun auf seine Wertsachen konzentrieren. Es wird hier offenbar speziell in den Bussen geklaut, was das Zeug hält. Aussteigen ist ganz unspektakulär: Man drückt einen Knopf und der Fahrer hält. Manchmal fährt er nach dem Knopfdruck aber auch nur etwas langsamer und erwartet, dass man rausspringt…
Jetzt gibts auch wieder ein paar neue Bilder von Valpo zu sehen. Die Innenstadt hier ist ganz nett, sie besteht (wie der Rest der Stadt eigentlich auch) aus vielen kleinen bunten Häuschen. Seltsamerweise hat kein Haus die selbe Farbe wie das Nachbarhaus. Doch leider stinkt es in der Stadt an jeder Ecke nach etwas anderem.
Im Hafen habe ich für 1500$ (nein, nicht U$, sondern Peseten. Chilenische Peseten), umgerechnet 2,-€, eine Hafenrudfahrt gemacht. Vom Meer aus hat man einen Wunderbaren Überblick über die ganze Stadt mit ihren Hügeln und bunten Häuschen.
Die Robben, die schon auf einem der Fotos der letzen Tage zu sehen waren, konnte ich bei der Rundfahrt aus direkter Nähe sehen. Eine lag auf einer Boje, an der wir so nah vorveifuhren, dass man sie hätte streicheln können 🙂
Langsam wird mein Spanisch immer besser. Mittlerweile schaff ichs sogar schon, mich mit „Tía“ zu unterhalten, ohne bei jeden Satz nochmal nachfragen zu müssen!!!

Das erste Wochenende in Südamerika

Den ersten Tag nach meiner Ankunft habe ich überlebt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich solche Probleme habe, die Sprache hier zu verstehen. Wenn die Leute sich sehr bemühen und langsam mit mir sprechen, verstehe ich das meiste. Oft aber auch erst nachdem sie es das zweite Mal wiederholt haben. Ich hoffe, das gibt sich schnell 🙂
Heute mittag war ich mit zwei Mitbwohnern auf dem Markt hier in Valparaíso. Wir haben viel frisches Obst und Gemüse gekauft.
Da die Stadt am Hang gebaut wurde, ist es sehr steil hier. Der Rückweg vom Markt war wegen der Steigung, der Hitze und dem vielen Zugs, das wir gekauft hatten, recht beschwerlich.

Seit heute habe ich in meinem Zimmer ein Bett, in das ich auch reinpasse!!!

Vorhin habe ich auch ein Fotoalbum angelegt, das ihr euch gerne ansehen dürft. Dazu braucht ihr nur das Passwort, das ich euch gerne auf Anfrage zuschicke.

Endlich angekommen!

So, nach über 27 Stunden von Haustür zu Haustür bin ich jetzt endlich in Valparaíso angekommen. Es war eine anstrengende Reise, aber es hat alles nahezu reibungslos geklappt. Der Flug über die Anden war echt atemberaubend, aber Fotos folgen erst später.