Archiv nach Monaten: Juli 2009

Reise, Reise

Nachdem ich ja jetzt schon seit einiger Zeit nichts mehr von mir hab hören lassen, heute mal wieder ein neuer Blogeintrag. Mittlerweile haben wir schon ganz Chile hinter uns gelasssen. Wir waren am südlichsten Punkt der Welt auf dem Festland, in Punta Arenas. Nach dem Torres del Paine sind wir mit dem Flugzeug ca. 1000km nach Norden, nach Puerto Montt geflogen. Die Restlichen ca. 4000 km sind wir mit dem Bus in einigen Etappen gereist. In Temuco (etwa. 600km nördlich von Puerto Montt) haben wir meinen Mitbewohner Yuppi getroffen und sind auf Pferden um einen schneebedeckten Vulkan zu einem einsamen Wasserfall mitten im Dschungel geritten. Danach gings mit den Bus weiter nach Santiago, wo wir bei Gerhard unser Gepäck neu organisierten und u.a. die Badesachen, welche im kalten Süden eindeutig überflüssig gewesen wären, wieder einpackten. Am selben Tag sind wir mit einem Bus Cama (Bettbus) sehr bequem etwa 23h nach San Pedro de Atacama gefahren. Der Ort liegt mitten in der Atacamawüste und ist nach Ansicht mancher Menschen der trockenste bewohnte Ort der Welt und liegt auf einer Hochebene auf 2600m über dem Meeresspiegel. Wir haben die Trockenheit sehr stark im Hals gespürt, man konnte kaum so viel trinken, dass es nicht gekratzt hat. Nachwirkungen sind bis heute (drei Tage danach) noch spürbar. In der Wüste haben wir die Tatio Geysire angeschaut. Diese befinden sich auf 4200m ü.NN. und um sind am Besten um 6 Uhr morgens zu besichtigen, da sie dann die nächtliche Eisschicht durchbrechen und explodieren. Die Fahrt ging um 4 Uhr los, oben hatte es -14°C. Es fiel nicht wirklich leicht, sich bei dieser Temperatur die Klamotten vom Leib zu schälen um dann in einer der heißen Quellen baden gehen zu können. Aber im Wasser wurde der eiserne Wille belohnt: Je nach Stelle im Pool hatte es zwischen geschätzen 18°C und 60°C. Nach einigem Suchen konnten wir dann eine Stelle finden, an der es angenehm warm, aber auch nicht zu heiß war. Einmal richtig aufgeheizt war dann selbst das Verlassen des Wassers keine große Überwindung mehr. Die Badehose war allerdings an den Boden angefroren, nachdem wir die Klamotten wieder an hatten.
Nach den Quellen waren wir noch in der großen Salzwüste, nahe San Pedro. Die entsprach allerdings nicht meinen Erwartungen. Es war nicht die flache, weiße Fläche, es sah eher aus wie ein frisch gepflügter Acker, der mit dem Salzstreuer bearbeitet wurde. Endlos war die Ebene trotzdem. Naja, die weiße Fläche werden wir in Bolivien noch sehen. Dafür sahen wir einen bilderbuchhaften Sonnenuntergang, mit sich im seichten Wasser spiegelnden Flamingos.

Nach San Pedro ging die Reise weiter über Arica (nördlichste Stadt Chiles), Tacna (südlichste Stadt Perus) nach Arequipa. Eigentlich hatten wir in Arica einen Bus bis Lima gebucht. Abfahrt 10:30, Fahrzeit: 7h. Also sollten wir gegen 17:30 in Arequipa ankommen. Naja, die Rechnung stimmt zwar an einer deutschen Universität, nicht jedoch in Südamerika. Einen Bus gabs nicht. Stattdessen lotste uns der Verkäufer der Bustickets zu einem riesigen Gebrauchtwagenmarkt alter US-amerikanischer Schlitten. Dort fand
sich ein Taxifahrer, der außer uns noch auf drei andere Passagiere wartete. Der Gebrauchtwagenmarkt entpuppte sich also als gigantischer Taxistand. Nachdem nun das Auto um 11:30 mit 5 Passagieren zuzüglich Fahrer beladen war, ging die Reise los. Er teilte uns mit, dass er uns nur über die Grenze in die nächste Stadt, nach Tacna bringt. Und was ist mit unserem Bus nach Arequipa? Ja den gibts dann vielleicht in Tacna. An der Grenze wurden dann mehrere Papiere ausgefüllt, Pässe kontrollier, nochmal Papiere ausgefüllt, bemerkt, dass ich ja ein Studentenvisum habe, also auch noch meinen chilenischen Personalausweis kontrolliert, anderes Papier ausgefüllt. Dann wurde noch das Gepäck wie am Flughafen durchleuchtet und weiter ging die Reise. In Tacna angekommen hat sich unser Taxifahrer dann sehr nett um uns gekümmert und einen Bus nach Arequipa gesucht. Sogar bezahlt hat er ihn! Aha! Dann hatten wir also DOCH ein Busticket gekauft!
Mit Zeitumstellung sind wir dann gegen 22:00 Ortszeit in Arequipa angekommen.

In Arequipa gab es dann eine typische Stadtrundfahrt in einem gelben Touri-Doppeldeckerbus, jeder mit einem gelben Sonnenschild vom Veranstalter auf dem Kopf. Jetzt im Moment sitzen wir in einem Bus, mit dem wir einen zweitägigen Ausflug in den Cañon Colca machen. Heute geht es auf 4980m. Diese Höhe ist gut um sich an die dünne Luft zu gewöhnen. In Bolivien haben wir nämlich vor, eine geführte zweitägige Tour auf den Gipfel eines Sechstausenders zu machen. Auch gut für die Höhe sind Kokablätter. Auf denen kaut man glaub rum, bis man high ist. Dann spürt man die dünne Luft nicht mehr so. Irgendwie so hab ich das mitbekommen 🙂
Außer Blättern gibt es noch Bonbons, Cookies und Tee aus Kokablättern. Der ganze Bus, in dem wir gerade sitzen, riecht schon total nach dem Zeugs. Morgen abend nach der Rückkehr unseres kleinen Ausfluges geht die Reise weiter nach Lima, wo wir meinen fast-Onkel Gabriel besuchen werden. Dort bleiben wir drei Tage bevor es auf eine fünftägige Wanderung rund um und auf Machu Picchu geht. Leider konnten wir den berühmten Inkatrail nicht machen, da seit einiger Zeit „nur“ noch 500 Menschen pro Tag erlaubt sind.
Unsere alternative Route ist aber sicherlich genauso interssant. Der Inkatrail ist momentan bis Ende Oktober ausgebucht, das sind über drei Monate im Vorraus. Welcher Backpacker plant denn drei Monate im Vorraus?!?

Wir haben bisher schon undendlich viele Fotos gemacht, hochladen kann ich die leider frühestens nach unserer Backpackerreise in guten zwei Wochen.

Torres del Paine

Wir sind jetzt von einer Sechstagestour aus dem Nationalpark Torres del Paine zurück. Insgesasmt sind wir ca 120 km gewandert an den Tagen. Die Landschaft dort war echt super. Wir haben nur leider keinen Puma gesehen, obwohl in dem Park 130 Stück leben. Am letztem Tag sind wir einem Stinktier, lustigen rennenden Büschen (Strauße) und so was ähnlichem wie Alpacas begegnet. An den anderen 5 Tagen waren die einzigen Lebewesen 3 Spechte. Im Park sind wir zusammen mit 2 Iren angekommen, mit denen wir bis auf den letzten Tag die gleiche Tour gelaufen sind. Sonst haben wir 2 Schwedinnen, eine Schweizer Familie, 2 Chilenen und 2 Franzosen (aus Lille, also Sch’tis, HÄ?) kennen gelernt. Es war sehr lustig, da wir die Franzosen nicht als Franzosen erkannt haben wenn sie untereinander geredet haben ;-). Der Vater der schweizer Familie hat einen Vater aus Bolivien und hat uns ein paar Tips für Bolivien gegeben. Alles in allem waren die 6 Tage echt super 🙂
Heute sind wir noch einen Tag in Puerto Natales und schaun uns die Stadt etwas an. Morgen geht es dann mit dem Flieger wieder zurück nach Puerto Mont und von da aus dann mit dem Bus in den Norden.

Kerstin

P.S.: Endlich, nach drei Monaten hab ich Philis Dosenwurst geöffnet. Wir haben sie mit Blick auf den Gletscher verspeißt. Sie hat uns vor dem sicheren Hungertod bewahrt!!! Danke Phili!!! 😀

Nino

Kerstin ist in Chile angekommen und Besuch im Zoo Santiago

Ich bin jetzt endlich auch in Chile angekommen. Am ersten Tag waren wir in Santiago im Zoo. Dort konnte ich mich schon mal mit einem Teil der australischen Fauna bekannt machen 😉

Gaanz cool 8-)

Gaanz cool 😎

Auf dem Rücken liegt sichs auch gut

Auf dem Rücken liegt sichs auch gut


Übernachtet haben wir bis jetzt im Zimmer von Gerhards Tochter, die gerade in Bolivien ist. Hier können wir immer den Teil unseres Gepäckes zwischenlagern, den wir gerade nicht brauchen.

Heute mittag geht es dann weite mit dem Bus nach Valparaiso und von dort aus geht es nach einem kurzen Zwischenstopp in den Süden. Ninos Laptop bleibt in Santiago, daher haben wir ab jetzt nur noch die Möglichkeit einen Blogbeitrag zu schreiben wenn wir in ein Internetcafé gehn.

Kerstin

Sushi und Kommunismus

Diese Woche hatte ich mein letztes Treffen mit meinem Prof. Mein Versuch tut jetzt, es läuft im Prinzip alles wie erwartet. Ich habe meinem Prof meine Arbeit präsentiert und ihm alles erklärt, warum was ich genau gemacht habe. Er kann jetzt seine Studenten mit meinem Versuch arbeiten lassen. Anschließend hat er mir auch gleich eine Beurteilung über meine praktische Tätigkeit geschrieben und mir ausgehändigt. Ich kann nur sagen: Bin sehr zufrieden damit!!! Nur leider ist mein schriftlicher Teil noch ein gutes Stück davon entfernt, sich „fertig“ nennen zu können…

Lecker Sushi!

Lecker Sushi!

Irgendwann letzte Woche hat meine Mitbewohner der Rappel gepackt und sie ham Sushi für die ganze WG gemacht. Unglaublich lecker war das! Materialkosten pro Nase: 2000 CLP, das entspricht ungefähr 2,60€. Und dafür gabs dann für jeden so einen Teller voll.

Zudem war letzte Woche, am 26. Juni der 101. Geburtstag Salvador Allendes, dem ehemaligen kommunistischen Präsidenten Chiles, der am 11. September 1973 im Zuge des Militärputsches Pinochets gestürzt wurde. Hierzu hab ich diese fantastische Foto eines treuen Anhängers gemacht.

Compañero Yuri, más rojo qué el ketchup

Compañero Yuri, más rojo qué el ketchup

Sein Name ist „Compañero Yuri“. Compañero heißt soviel wie „Genosse“. Er ist eine Art Wahrzeichen von Valparaíso, jeder kennt ihn. Er hat einen Bauwagen im Zentrum von Valparaíso, in dem er kommunistische „Completos“ verkauft. Completos sind sehr reichhaltiger Hotdogs, mit allen möglichen Arten von Soße. Sehr belibt hier in Chile! Ein Zeitungsartikel, der an Compañero Yuris Bauwagen klebt, bezeichnet ihn folgendermaßen: „Es más rojo qué el ketchup“, „Er ist roter als Ketchup“.

Morgen werde ich Valparaíso vorerst verlassen, und eine knappe Woche in Santiago verbringen. Meine Mitbewohnerin Dani hat mich ein paar Tage zu sich eingeladen. Am Donnerstag kommt Kerstin dann am Flughafen an und am Freitag werden wir zusammen nochmal einen Tag hier in Valpo verbringen. Dann beginnt die große Rundreise durch halb Südamerika. Ich werde versuchen, ab und zu ein paar Fotos online stellen, weiß aber nicht ob das mit den Internetcafés immer so gut klappt.

Zu guter Letzt noch ein Erinnerungsfoto an den Pazifik vor Valpo:

Die Wellen waren teilweise bis zu 5 m hoch!

Die Wellen waren teilweise bis zu 5 m hoch!