Seit Sonntag kann ich wieder laufen gehen! Bin gleich einmal fast bis Viña gerannt und wieder zurück. Heute war ich dann knappe elf Kilometer laufen, so weit bin ich bisher in Chile noch nicht gelaufen. Mein Fuß macht das alles wunderbar mit, je mehr ich ihn bewege, desto besser geht es ihm. Das hab ich auch schon im Kraftraum beim Spinbiken gemerkt. Mit Volleyball werde ich allerdings noch ein, zwei Wochen warten müssen.
Und am Montag hab ich meinen Heli zum Fliegen gebracht. Mein neuer Inkrementalgeber ist zwar noch nicht eingetroffen, aber ich habe ja zum glück nur einen geschrottet 😉 Also konnte ich mit dem anderen meinen Regler (der wohlgemerkt schon seit drei Wochen nur darauf wartet, getestet zu werden…) testen.
Morgen werde ich mit meinem Prof. nach Santiago fahren, da veranstaltet Rockwell (Hersteller meiner SPS) ein Seminar, zu dem mich mein Prof. eingeladen hat. Bin mal gespannt, was es zum Mittagessen gibt…
Es geht bergauf
Besuch aus Buenos Aires
So, nachdem ich jetzt schon fast einen Monat nichts mehr von mir hören lassen hab, heute also mal wieder ein Post.
Meinem Fuß gehts jeden Tag besser, den Gips hab ich zum Glück nach einer Woche schon wieder abgenommen bekommen. Ich muss allerdings immernoch mit einer Schiene rumlaufen. Da ich ja noch nicht wieder laufen gehen oder Volleyball spielen kann, musste ich mir eine andere Art der körperlichen Ertüchtigung suchen. Glücklicherweise gibts hier an der Uni einen Kraftraum/Fitnessstudio, der von Studenten kostenlos genutzt werden kann. Ein Trainer ist auch ständig anwesend und gibt einem gerne Tipps und Hilfestellungen. Seit ich meinen Gips ab habe, gehe ich dort dreimal die Woche mit Philipp, einem anderen Deutschen, hin.
Mein Spanisch wird von Tag zu Tag besser, ich muss allerdings schauen, dass ich etwas mehr unter die Leute komme um zu sprechen. Abends weggehen eignet sich sehr gut zum sprechen üben. Mit den Chilenen und Chileninnen kommt man auch immer sehr schnell ins Gespräch.
Meine Studienarbeit zieht sich ziemlich. Ich komme leider viel langsamer voran, als ich mir erhofft hatte. Das größte Problem dabei ist mein Prof. Er gehört leider nicht zu der schnellen Sorte von Mensch. Wegen der Verkabelung der SPS brauch ich ihn leider doch des öfteren und das dauert dann immer. Vor allem hat er mal fünf Minuten Zeit und ist dann wieder für zwei oder vier Stunden verschwunden. Das nervt mich ziemlich. Eigentlich dachte ich am Anfang, dass die ganze Verkabelungssache Angelegenheit von Bernardo und Elias sei (die zwei Jungs, die ab und zu mit mir arbeiten). Doch leider tauchen die auch nur sehr sporadisch bei mir im Lab auf, daher hab ich die Sache selbst in die Hand genommen.
Meinen Regler, also das softwareseitige Problem hab ich jetzt schon seit gut zwei Wochen fertig, leider kann ich nichts testen, da die Hardware immer noch nicht verkabelt ist *fluch* !!! Momentan bin ich halt dabei, das was ich bisher gemacht habe, in meine schriftliche Ausarbeitung zu packen.
Zu der ganzen chilenischen Langsamkeit kam auch noch, dass ich letzte Woche aufgrund von fehlerhaften Bauteilen, die ich ausgeliehen bekommen hatte, einen Inkrementalgeber (Winkelmesser) meines Helimodells gebraten habe. Jetzt warte ich also auch noch auf ein neues Teil, ohne das ich auch wieder nicht weiterkomme. Ich kann nur von Glück reden, dass es dieses Teil überhaupt als Einzelteil gibt! Allerdings nur in den USA, Chile ist bei solchen speziellen Sachen leider keine gute Anlaufstelle. In Deutschland habe ich im Internet gleich mehrere Anbieter gefunden, die dieses Teil vertreiben.
Es bleibt also ab zu warten, wie weit ich mit meiner ganzen Arbeit hier noch komme…
Gestern kam Matthias hier an, ein Kumpel von mir, den ich vom Univolleyball in Stuttgart kenne. Er studiert zur Zeit in Buenos Aires und reist gerade seit einer Woche mit einem Studienkollegen aus Frankreich durch Argentinien und Chile. Nachdem wir dann gestern eine Tour durch Valparaiso gemacht hatten, gings erstmal ins „J. Cruz“, einer urigen Wirtschaft im Plan (der kleine Teil der Stadt, der NICHT aus Hügeln besteht) von Valparaiso zum essen. Es gab „Chorillana“. Das heißt, einen großen Haufen Pommes, bedeckt mit einem Angebratenem Mix aus Wurst, Fleisch und Rührei. Sehr lecker. Und sehr chilenisch! Danach sind wir bis um 5 Uhr morgens im „Huevo“, DER discon in Valpo, versumpft. Heute waren wir dementsprechend platt.
So, jetzt hab ich noch ganz fest vor, was an meiner Arbeit zu schreiben….
Erlebnisreiches Wochenende
Für das Wochenende um den ersten Mai haben wir (=ein Mexicano, eine Chilenin, ein Chilene, zwei Finnen und außer mir noch drei Deutsche, alle von der Uni) uns entschlossen, ein Bisschen Urlaub zu machen. Wir sind am Donnerstag spät abends mit dem Reisebus ca. 400km nach Norden ins Valle de Elqui gefahren. Sehr interessante Landschaft, heißes Wetter mit so um die 30° (die haben dort 350 Tage im Jahr Sonne!!!). Am Freitag haben wir mit gemieteten Rädern eine Radtour das Valle (=Tal) hinauf gemacht. Sehr anstrengend und heiß, aber toll! Abends wurde auf der Terasse unserer gemieteten Cabaña (=Ferienhaus) gegrillt.
Am Samstag hat ein Teil von uns eine Wanderung den Berg hinter unserer Cabaña hinauf gemacht. Abends sind wir mit dem Bus zu einer Sternwarte gefahren und haben den Saturn und den Mond beobachtet. Die Gegend um das Valle de Elqui hat die klarste Luft der Erde und wird deshalb von vielen astronomischen Institutionen zur Himmelsbeobachtung genutzt. Unter anderem befindet sich dort die europäische Südsternwarte mit ihrem weltweit größten Teleskop, dem VLT (=very large telescope, sehr einfallsreich…).
Nachts sind wir dann mit dem letzten Bus nach La Serena, der größten Küstenstadt in der Umgebung, gefahren und haben dort in einem Hostel übernachtet.
Am Sonntag gings dann auf Pinguin- und Delfinsafari. Am Besten schaut ihr euch einfach die Bilder im neuen Album an, das Passwort ist das selbe wie beim Anderen.
Außerdem ist am Donnerstag meine SPS gekommen, ich kann jetzt also endlich richtig loslegen mit meiner Studienarbeit.
Gestern, quasi als Abschluss des Wochenendes, hab ich mir im Volleyballtraining ein Band am linken Sprunggelenk angerissen. Gab n ganz schön dickes Ei am Fuß. Jetzt hab ich eine Woche lang einen wunderbar weißen Gips am Fuß…
Der Winter naht
So langsam merkt man hier echt, dass es Winter wird. Die Tage, an denen die Sonne scheint, werden immer weniger. Und an Tagen, an denen keine Sonne scheint, ist es ziemlich frisch. Die Temperaturen sind zwar für deutsche Verhältnisse nicht kalt, da es hier aber in den Häusern und auch in der Uni keine Heizungen gibt, ist man diesen Temperaturen halt ständig ausgesetzt. Also auch wenn man am Schreibtisch sitzt und sich nicht bewegt. Und bei 12° am Schreibtisch zu sitzen, ist nicht gerade angenehm… An sonnigen Tagen wärmt sich die Luft im freien schon auch mal auf 25° – 30° auf. Leider kommt in meinem Zimmer und in meinem Labor ( = Südseite = Schattenseite) davon nicht viel an. Ich geh einfach immer ne runde am Strand laufen, sobald mal die Sonne raus kommt. Danach hat sich mein Körper dann wieder ordentlich aufgeheizt und Sonne getankt.
Jetzt hol ich mir ne Decke und wickel sie um meine Beine…
Mühsam nährt sich das Eichhörnchen
Nachdem ich am Sonntag im Meer baden war, gings mir am Montag und Dienstag ziemlich schlecht. Wahrscheinlich hab ich zu viel ungeklärtes Meerwasser geschluckt und mir damit den Magen verdorben. Am Montagabend wurde meine Einstellung, was die Sicherheit hier im Lande betrifft, leider in ihren Grundfesten erschüttert. Aber mal sehn, was die restliche Zeit noch so bringt 🙂
Am Mittwoch habe ich mich endlich mal mit meinem Prof hier zusammensetzten können, damit wir mal besprechen, wie denn der genaue Ablauf meiner Arbeit aussehen soll, v.a. da meine SPS immer noch nicht wieder funktioniert. Nächste Woche soll sie kommen… Auf jeden Fall haben wir uns jetzt einen konkreten Zeitplan und auch einige konkrete Punkte erarbeitet, die es abzuarbeiten gilt. Irgendwie kommt das alles aber nur sehr langsam und mühsam voran. Ich hoffe, das wird besser, wenn die SPS endlich da ist.
Mit der Sprache wirds auch jeden Tag besser. Leider hab ich an manchen Tagen kaum etwas mit Leuten zu tun, wenn ich viel am Schreiben bin für meine Arbeit zum Beispiel. Aber ich hab jetzt angefangen, chilenisches Fernsehen zu schauen. Simpsons auf spanisch sind schon echt witzig!
So, jetzt hat mich gerade ein Freund aus Viña del Mar angerufen, werden heute abend noch weggehn. Anschließend übernachte ich entweder in Viña oder ich lass mich mit dem Taxi bis vor die Haustüre fahren. Laufen werd ich sicherlich nicht…
Schaut auch fleißig meine Fotos an, da ändert sich auch ständig was, auch wenn ich mal nix poste 🙂
Im Meer baden gewesen
Heute hab ich es das erste Mal geschafft, mich hier in den Pazifik zu begeben. Das Wetter sah irgendwie wärmer aus, als es wirklich war. Aber ich hatte mir in den Kopf gesetzt, ne Runde schwimmen zu gehen, also musste das auch passieren. Da es aufgrund der hohen Wellen keine Chance gab, sich langsam an die Wassertemperatur zu gewöhnen, bin ich halt auf einmal rein. Das brannte wie tausend kleine Nadelstiche. Aber wenn man dann mal drin ist und sich bewegt, gehts eigentlich mit der Kälte. Ich schätze mal, das Wasser hatte so 15° rum. Nur richtig schwimmen konnte ich dann trotzdem nicht. Dazu waren die Wellen zu hoch. Ich wurde ständig hoch und runtergeschaukelt und beim Luftholen musste ich den Kopf recht weit aus dem Wasser strecken um nicht den halben Ozean aus zu trinken.
Gestern Abend hab ich hier für die ganze Baggage Kartoffelsalat mit Fleischküchle gekocht. Hat ihnen recht gut geschmeckt, so wie ich die nicht vorhandenen Reste interpretiere 🙂 Im Fotoalbum gibts ein paar Bilder von den rießigen Mengen an Kartoffelsalat. Nach dem Esen war ich mit meiner Mitbewohnerin Dani die nächtlichen Straßen der Nachbarstadt Viña del Mar unsicher machen. Wir haben uns mit einigen Freundinnen und Freunden von ihr getroffen und sind anschließend in die Disco „Scratch“ gepilgert. Leider gabs da (fast) nur schlechte Musik. Aber die Leute warn nett und die Drinks recht günstig (Baccardi-Cola für $1000, das sind ca. 1,20€). Heute morgen sind wir dann gegen halb 7 todmüde wieder zu Hause angekommen.
Die erste Woche an der Uni und ein Ausflug ins Stadtzentrum
Jetzt ist die erste Woche hier in Chile schon vorbei und ich bin noch nichteinmal dazu gekommen, hier etwas über die Uni zu schreiben.
Am Montag Nachmittag hatte ich um 16oo einen Termin mit meinem Prof. Er hat mir mein Labor, das Helikoptermodell und die SPS gezeigt, woran ich mich in den nächsten Monaten auslassen kann 🙂
Ich wollte mich dann gleich an die Arbeit machen. Leider haben zwei Jungs, die auch mit der SPS arbeiten, es am selben Nachmittag noch geschafft die SPS kaputt zu machen. Jetzt muss ich warten bis wir eine neue bekommen. Bis dahin kann ich mich nur mit dem Helimodell und der schon vorhandenen Regelung am PC vertraut machen. Was allerdings kein großes Problem darstellt und demenstprechend mitlerweile schon geschehen ist… Aktuell wird die Regelung/Stabilisierung des Helis vom PC übernommen und meine Aufgabe ist es die Regelung mittels einer SPS zu realisieren, sodass der PC hierfür nicht mehr gebraucht wird.
Heute war ich mit dem Bus in der Innen-/Altstadt von Valpo. Vor der Busfahrt hatte ich etwas Respekt. Hier sieht man zwar ab und zu mal eine Bushaltestelle, doch bedeutet das nicht, dass da auch Busse halten. Wenn man mit einem Bus (dem sogenannten „Micro“) mitfahren möchte, sollte man vorher einen Einheimischen fragen, wo der gewünschte Bus denn überhaupt langfährt. Dann begibt man sie in die Straße, die der Bus entlangfährt. Sollte dann wirklich ein Bus kommen, muss man blitzschnell schauen, ob es die richtige Linie ist. Falls dem so ist, hält man schnell den Arm raus und hofft, dass der Fahrer einen sieht und auch gewillt ist, an zu halten (was natürlich nicht immer der Fall ist). Ist man erstmal im Bus, wirds erst richtig lustig: Der Fahrer fährt sofort los, lässt die Türe aber hinter einem offen. Dann bezahlt man 390$ (ca. 50cent). Der Fahrer gitbt einem eventuelles Wechselgeld raus, reißt einen Fahrschein von der Rolle und heizt währenddessen schon mit einem Affentempo um die nächste Kurve. Beim erstem mal Mitfahren hätte er mich damit fast rückwärts wieder hiniausbefördert. Jetzt hat man das Gröbste überstanden und sollte sich nun auf seine Wertsachen konzentrieren. Es wird hier offenbar speziell in den Bussen geklaut, was das Zeug hält. Aussteigen ist ganz unspektakulär: Man drückt einen Knopf und der Fahrer hält. Manchmal fährt er nach dem Knopfdruck aber auch nur etwas langsamer und erwartet, dass man rausspringt…
Jetzt gibts auch wieder ein paar neue Bilder von Valpo zu sehen. Die Innenstadt hier ist ganz nett, sie besteht (wie der Rest der Stadt eigentlich auch) aus vielen kleinen bunten Häuschen. Seltsamerweise hat kein Haus die selbe Farbe wie das Nachbarhaus. Doch leider stinkt es in der Stadt an jeder Ecke nach etwas anderem.
Im Hafen habe ich für 1500$ (nein, nicht U$, sondern Peseten. Chilenische Peseten), umgerechnet 2,-€, eine Hafenrudfahrt gemacht. Vom Meer aus hat man einen Wunderbaren Überblick über die ganze Stadt mit ihren Hügeln und bunten Häuschen.
Die Robben, die schon auf einem der Fotos der letzen Tage zu sehen waren, konnte ich bei der Rundfahrt aus direkter Nähe sehen. Eine lag auf einer Boje, an der wir so nah vorveifuhren, dass man sie hätte streicheln können 🙂
Langsam wird mein Spanisch immer besser. Mittlerweile schaff ichs sogar schon, mich mit „Tía“ zu unterhalten, ohne bei jeden Satz nochmal nachfragen zu müssen!!!
Das erste Wochenende in Südamerika
Den ersten Tag nach meiner Ankunft habe ich überlebt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich solche Probleme habe, die Sprache hier zu verstehen. Wenn die Leute sich sehr bemühen und langsam mit mir sprechen, verstehe ich das meiste. Oft aber auch erst nachdem sie es das zweite Mal wiederholt haben. Ich hoffe, das gibt sich schnell 🙂
Heute mittag war ich mit zwei Mitbwohnern auf dem Markt hier in Valparaíso. Wir haben viel frisches Obst und Gemüse gekauft.
Da die Stadt am Hang gebaut wurde, ist es sehr steil hier. Der Rückweg vom Markt war wegen der Steigung, der Hitze und dem vielen Zugs, das wir gekauft hatten, recht beschwerlich.
Seit heute habe ich in meinem Zimmer ein Bett, in das ich auch reinpasse!!!
Vorhin habe ich auch ein Fotoalbum angelegt, das ihr euch gerne ansehen dürft. Dazu braucht ihr nur das Passwort, das ich euch gerne auf Anfrage zuschicke.
Endlich angekommen!
Der Weg ist frei!
Endlich ist der Weg nach Chile frei!!! Heute nachmittag habe ich erfahren, dass ich meine letzte Prüfung auch wirklich bestanden habe!!! Falls nicht, hätte ich womöglich noch vor meiner Abreise in die Mündliche gehen müssen. Aber die zwei Wochen Dauerlernen waren offensichtlich nich völlig umsonst 🙂
Jetzt heißt’s nur noch „Packen!“ …

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