Angriff auf Argentinien

Vor einer guten Woche, am Sonntag, sind meine Eltern in Santiago angekommen. Gleich nach ihrer Ankunft sind wir zu Gerhard, wo ich vor Kerstins Ankunft einige Tage gewohnt habe, zum Brunch eingeladen gewesen. Am Montag haben wir uns zwei Autovermietungen und zwei Sprachschulen angesehen, am Dienstag dann ein Auto gemietet. Die Autoreise führte uns zuerst zum Cajón del Maipo, dem Lieblingstal der Bewohner Santiagos. Das war auch leicht an dem ganzen Müll, der die Straßen säumte, zu erkennen. Nachdem die Straße irgendwann aufhörte und wir über eine Stunde auf holpriger Schotter- und Erdpiste unterwegs waren, hatten wir uns die Berge schon bis zur Schneegrenze hinaufgeschlängelt. Horst und Gina glaubten schon nicht mehr daran, dass wir auf diesem Wege noch irgend eine Übernachtungsmöglichkeit finden würden. Doch siehe da: Als die Hoffnung schon fast verflogen war und Horst ein Weiterfahrlimit von zehn Minuten gesetzt hatte, tauchte eine erstklassige Hütte des deutschen Andenvereins (kurz: DAV, wie der Alpenverein) auf. Dort gab es zum Glück gerade noch drei Betten, alle anderen waren von einer Gruppe Brasilianer und Kanadier belegt, welche sich die Hütte als Basislager für ihr Heliskiing ausgesucht hatten.
Am nächsten Morgen beobachteten wir zwei Starts des kleinen Helikopters, der die Leute hoch auf den Vulkan Maipo brachte, um sie später wieder unten auf zu sammeln.
Nachdem wir nun auf einer weitere Stichstraße eine Lagune suchten und dabei fast unseren Jeep im Schnee versenkt hätten, ging es dann auf der Autobahn gegen Süden. In Curicó, etwa 200km südlich von Santiago, fanden wir ein recht schickes Hotel. Am Donnerstag gurkten wir dann in Richtung Küste und diese dann entlang, weiter Richtung Süden. Der Freitag war für die Rückreise nach Santiago reserviert, dort mussten wir uns die Erlaubnis abholen, mit dem Auto nach Argentinien ein zu reisen.
Am Samstag fuhren wir über die „Isla Negra“, eines der Häuser Pablo Nerudas an der Küste etwa 50km südlich von Valparaíso in selbige Stadt. Da das Sheraton Miramar in Viña del Mar unsere Anwesenheit nicht zu schätzen wusste, nächtigten wir im Hotel „Oceanic“, einige Kilometer weiter nördlich. Das Zimmer ging direkt zum Meer hinaus, das Hotel selbst war auf einer Klippe direkt über der Küste errichtet worden.
Der Sonntag wurde komplett in Valpao und Viña mit Stadtführungen unter meiner Leitung verbracht, sodass wir an diesem Tag nur etwa fünf Kilometer weiter nach Norden vorrückten.
Gestern wollten wir dann etwas mehr Strecke zurücklegen und schafften es fast bis nach La Serena. Zufällig fanden wir nahe der Autobahn ein Hotel, das Gina wegen der Thermalbäder sofort zusagte. Ich selbst nutzte die frühe Stunde (es war bei Ankunft gerade mal 16:30), um endlich mal wieder laufen zu gehen. Anschließend konnte ich sogar noch mit Horst bei Tageslicht im Pool schwimmen und ich konnte mich endlich mal wieder so richtig austoben!
Heute ging es dann das letzte Stück vollends weiter nach La Serena, wo ich jetzt im Moment im Hotel sitze und diesen Artikel schreibe. Langsam werde ich allerdings müde, mir fallen gleich die Augen zu. Der Plan für morgen ist nach Vicuña und ins Valle del Elqui zu fahren, am Donnerstag wollen wir die chilenisch-argentinische Grenze in Angriff nehmen.

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