Gestern sind wir von einer fünftägigen Wanderung über den 4600m hohen Salkantaypass, und durch das Urubambatal zurückgekommen. Los ging es am Dienstag, dem 4.8.09 von Cuzco aus. Um 4oo wurden wir von unserem Guía (Führer) abgeholt, das hieß aufstehen um 3:30, Rucksäcke packen und Checkout im Hotel. Nachdem wir dann zusammen mit unserem Guía anderthalb Stunden gewartet haben, kam endlich unser Bus. Dieser brachte uns dann in einer zweistündige Holperfahrt zu unserem eigentlichen Ausgangspunkt. Dort gab es dann ein kleines Fühstück mit der ganzen Gruppe, die aus elf Leuten bestand: Ein Puerto Ricaner, ein Costa Ricaner, eine Israelin, ein französisches Pärchen, ein US-Amerikaner aus Florida und seine Schwester, ein älteres US-amerikanisches Ehepaar aus Minnesota und wir beide. Jede Person durfte 5kg seines Gepäcks auf die uns begleitenden Pferde laden.
Um 10oo ging dann die Wanderung endlich los, über schmale Wege und durch dichten Dschungel die Anden hinauf. Da wir zwei Köche dabei hatten, bekamen wir gegen 1oo eine leckeres zweigängiges Menü serviert. Sogar Tische und Stühle wurden mittransportiert.
Abends erreichten wir kurz vor Sonnenuntergang gegen 18oo unser Nachtlager auf ca. 3800m ü. NN. Während wir auf das ebenfalls wieder zweigängige Abendessen warteten, wurde es empfindlich kalt, so hoch in den Bergen. Zum Glück hatten wir unsere Skihose bzw. Skiunterwäsche, Mütze und Handschuhe dabei. Eine Stunde vor dem Essen, gegen 19oo, gab es (wie auch an jedem der folgenden Tage…) „Teatime“ mit salzigem Popcorn.. Bis zum Essen waren dann alle ohne warme Klamotten erfroren, der Rest war verhungert.
Nach dem Essen waren unsere Zelte dann schon aufgebaut, wir mussten nur noch die Isomatten und unsere eigenen Schlafsäcke hineinlegen. Die Nacht war zwar ziemlich kalt, ich hatte es in meinem Schlafsack allerdings sehr angenehm. Kerstin hat ein wenig gefroren. Da die Isomatten ziemlich dünn waren, taten mir nach der halben Nacht beide Hüften weh und ich hab kaum mehr geschlafen.
Geweckt wurde um 5oo mit einem Klopfen an der Zeltwand und einem Tee ans „Bett“. Nach dem Frühstück begannen wir um halb 7 dann den anstrengendsten Teil der Wanderung: Den vierstündigen Aufstieg auf den Pass des 4600m hohen Salkantay. Die dünne Luft ließ uns zwar ganz schön schnaufen, Schritt für Schritt kämpften wir uns aber dem höchsten Punkt entgegen. Danach lagen uns noch 2h Abstieg, ein Mittagessen und vier weitere Stunden Abstieg in den von Moskitos bevölkerten Dschungel vor uns. Abends wurde das Zelt auf einem nur noch 2900m hoch gelegenen Bauernhof aufgeschlagen. Es war nachts schon deutlich wärmer als in der Nacht zuvor. Am dritten Tag ging es ebenso früh weiter wie am zweiten. Der Weg führte das scheinbar unendlich lange Tal weiter bergab, allerdings war die morgendliche Wanderung schon gegen 12oo zuende: Ein Bus brachte uns auf den nächsten Campingplatz. Dort begrüßte uns ein ca. 20cm großes Äffchen ganz aufgeregt. Beim Abendessen klaute er sogar den Leuten das Essen vom Teller. Für Entspannung für die müden Füße und Muskeln sorgte allerdings vor dem Abendessen der zweistündige Aufenthalt in den Thermalbädern unter freiem Himmel, nahe dem Campingplatz.
Der vierte Tag begann etwas später als die anderen beiden. Erst gegen halb zehn wanderten wir los, nun das Urubambatal hinauf. Unser Gepäck wurde jetzt nicht mehr per Pferd, sondern per Auto transportiert. Als wir die Eisenbahn erreichten, gab es Mittagessen. Von hier ab mussten wir dann unser gesamtes Gepäck selbst schleppen. Ungefähr eine Stunde nach dem Mittagessen sahen wir das erste Mal den Machu Picchu! Machu Picchu ist eigentlich der Name des Bergs nahe der weltberühmten Inkastadt. Der ursprüngliche Name der Stadt ist bis heute leider unbekannt. Beim Aussprechen des Namens muss man aufpassen: Unser Guía Juan Carlos war Andino und sprach Quechua (Machu Picchu ist quechua). Er erklärte mir, dass „matschu pitschu“ auf englisch „old dick“ heißt… Man sollte den Namen besser korrekt, nämlich „matschu piktschu“ aussprechen. Das bedeutet dann „alter Berg“. Abends kamen wir in Aguas Calientes an und verbachten die Nacht im Hotel.
Die Wanderung am fünften Tag begann früher denn je: Um 3:30 klingelte der Wecker, um 4oo war Loslaufen angesagt. Da für die Besteigung des Huayna Picchu (von hier aus ieht man die alte Inkastadt von oben) pro Tag nur 400 Leute zugelassen werden, mussten wir unter den ersten sein, die in die Stadt gelassen werden. Nach knapp anderthalb Stunden Treppenrennen und gefühlten zehn Millionen Stufen hatten wir etwa 400Hm zurückgelegt und waren unter den ersten 150 Leuten. Um 6oo machte die Stadt auf und wir mussten ans andere Ende der Stadt rennen um ein Ticket für den Aufstieg.zu ergattern. Danach gab es eine entspannte und sehr interessante Führung von Juan Carlos durch die Inkastadt. Um halb elf bestiegen wir dann Waynapicchu und hatten von oben einen gigantischen Ausblick (Fotos folgen, ich muss euch leider alle noch vertrösten…)!!!
Gegen 15:30 verließen wir Machu Picchu wieder, diesmal nahmen wir den Bus ins Tal runter. Den Weg zurück nach Cuzco legten wir mit dem Zug zurück, da es im Urubambatal keine Staße gibt.
Heute haben wir einen Tag Pause eingelegt und waren mit dem französischen Pärchen Catherine und Nico und dem Puerto Ricaner Daniel gemütlich Essen. Anschließend habe wir alle fünf und eine entspannende Massage für insgesamt gerade einmal 25,-€ gegönnt.
Jetzt warten wir gerade noch auf den Bus, der uns über Nacht nach La Paz, Bolivien bringt.
Machu Picchu vs Machu Pichu
Veröffentlicht von Nino
am August 9, 2009

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