Seit Sonntag bin ich nun in der Nähe von Sámara im Schildkrötenprojekt Buena Vista. Wenn man hier in der Stadt ankommt, muss man zuerst ein Taxi nehmen, dass einen an die Mündung des Flusses Buena Vista nehmen. Dort wird man dann von einem der Freiwilligen empfangen und muss mit seinem gesamten Gepäck über den Fluss waten. Von dort aus läuft man dann etwa eine viertel Stunde entweder den Strand entlang oder durch den Urwald. Das Camp befindet sich direkt am Strand hinter einem selbst errichteten Schutzwall aus Sand. Es besteht aus drei Brutzonen für die Schildkröteneiern und einer großen hölzernen, mit Wellblech beplankten Hütte, die das Hauptgebäude darstellt und in deren oberen Stockwerk sich der Schlafsaal für die Freiwilligen befindet. Neben der Haupthütte gibt es noch eine kleinere, in der die Assistenten des Campchefs nächtigen, sowie die Hütte des Chefs selbst.
Die Arbeit läuft hier so ab, dass jeder der Freiwilligen zweimal am Tag Schicht hat. Einmal in der Nacht zwei Stunden und einmal am Tag zwei Stunden. In dieser Schicht muss man jede halbe Stunde schauen, ob in der Brutstätte Schildkrötenbabys geschlüpft sind. Ist dies der Fall, müssen diese eingesammelt und an die Stelle am Strand gebracht werden, an der die Schildkrötenmutter acht bis zehn Wochen vorher die Eier im Sand vergraben hat. Dort werden die Kleinen dann freigelassen und sie watscheln dann allesamt in die richtige Richtung, nämlich ins weite Meer.
Ab und zu kommt es dann auch während der Schicht vor, dass die sogenannte Patrouille einen Sack voll frisch gelegter Eier anschleppt. Diese Eier müssen dann in der Brutstätte in einer Tiefe von 45-50cm im Sand vergraben werden. Anschließend wird ein Protokoll aufgenommen, in dem festgehalten wird, wann und wo das Nest mit den Eiern gefunden wurde, wie viele Eier sich darin befanden und an welcher Stelle der Brutstätte die Eier nun vergraben wurden.
Außer den zwei Schichten, die jeder am Tag hat, wird auch morgens nach und manchmal sogar vor dem Frühstück etwas gearbeitet. Dabei handelt es sich dann um Wartungsarbeiten am Camp oder Strandreinigungsarbeiten oder was eben anfällt. Frühstück gibt es um 8oo Uhr, Mittagessen um halb 12 und Abendessen gegen halb 5. Wenn es dunkel wird, ist es nämlich auch wirklich dunkel. Strom gibt es nur von einigen Solarzellen auf dem Dach und dieser wird auch nur zum Laden von diversen Akkus und für Notfälle gebraucht. Daher gehen die meisten Leute im Camp zwischen 19oo und 21oo Uhr schlafen. Das ist angesichts der Nachtschichten aber auch eine ganz gemütliche Uhrzeit.
Heute nacht sind das erste Mal seit ich hier bin Schildkröten geschlüpft. Sonst habe ich bisher jede Nacht nur Gelege vergraben.

Hallo lieber Nino!!
Wahnsinn, was du erlebst!! Bringst du mir bitte eine von den süßen Schildkröten mit? 🙂
Lass es dir so richtig gut gehen! Gruß auch an Kerstin
Ich halt in Good Old Germany die Stellung für euch 🙂
Lieber Gruß, Steffi
wie viele von den kleinen Dingern sind denn in so einem Gelege? Und wie viele davon überleben? Wie groß werden sie? Und wer sind ihre Feinde?
Lieber Gruß,
Gina