Archiv nach Kategorien: Costa Rica 2011/12 - Seiten 2

Weihnachtsfeier mit den Schildkröten

Zwei Naechte vor Weihnachten kamen fuenf grosse Schildkroeten zum Eierlegen an unseren Strand. Eine Tortuga Lora (Oliv-Bastardschildkroete) haben wir direkt beim Eierlegen abgepasst und ich konnte ihre Eier auffangen, bevor sie in den Sand gefallen sind. Es war ziemlich spannend, einer Schildkroete waehrend des Eierlegens so nahe zu kommen. Sie sind wie in Trance waehrend der Aktion. Auch wenn sie ansonsten sehr schreckhaft sind, lassen sie sich dabei von nichts und niemandem stoeren. So werden sie dabei auch „beringt“ und vermessen. Die Marke, die sie beim Beringen bekommen, ist allerdings kein Ring wie bei Voegeln sondern eher wie ein Piercing und wird durch die Flipper (Vorderflossen) gesteckt, wie eine Ohrmarke beim Schaf.

In der Nacht vom 23. auf den 24. haben wir ein grosses Exemplar einer Tortuga Verde (gruene Meeresschildkroete) mit etwa 1,2m Laenge gefunden. Leider hat sie nur unsere Sitzbank zerstoert indem sie diese untergraben hat. Sie hat keine Eier gelegt, sondern ist unverrichteter Dinge wieder ins Meer verschwunden. Von ihr gibt es kein brauchbares Foto, da sie mitten in der Nacht kam, kein Blitz erlaubt war uns sie recht schnell nach ihrer Entdeckung wieder ins Meer gewandert ist. Dieses Verhalten ist bei dieser Spezies allerdings normal, sie sind sehr waehlerisch, was die Brutstaette angeht. Manchmal kommt sie viermal an den Strand, bevor sie ihre Eier vergraebt. Dafuer gab es 69 kleine Schildkroetenchristkinder in dieser Nacht.

Gestern war Heilig Abend. Im Camp hat man davon kaum was bemerkt. Der einzige Unterschied war: Es gab ein Stueck Fleisch fuer jeden. Mit trockenem Reis. Wir freiwilligen haben allerdings etwas vorgesorgt und haben uns mit Suessigkeiten und Knabbereien versorgt. Kerstin und ich haben uns verbotenerweise auch eine Flasche chilenischen Cabernet Sauvignon genehmigt, den wir dann mit zwei anderen geteilt haben. Etwas enttaeuschend war das „Weihnachtsessen“ ja schon. Ich haette mir da schon wenigstens etwas Sosse zum Reis oder vielleicht mal etwas anderes als Reis vorgestellt.

Wenigstens hat meine Beschwerdeemail Wirkung gezeigt und wir bekommen seit Montag mehr zu essen. Alle Jungs bekommen jetzt zu jeder Mahlzeit einen extragrossen Teller mit einer extragrossen Portion.

Frohe Weihnachten!

Heute haben wir einen halben Tag frei bekommen, da wir relativ viele Leute im Camp sind und nicht so viel Arbeit haben. Heute ist der letzte Tag vor Weihnachten, an dem wir in die Stadt kommen. Daher haben wir uns jetzt mit Weihnachtsleckereien und etwas Wein eingedeckt, damit wir an Heilig Abend etwas zu feiern haben. Wein ist zwar eigentlich verboten im Camp, aber das lassen wir uns nicht nehmen! Es muss ja nicht jeder mitkriegen 😉

In diesem Sinne wuenschen Kerstin und ich euch allen ganz frohe und besinnliche Weihnachten!!

Kerstin und Nino

Buena Vista Turtle Project

Seit Sonntag bin ich nun in der Nähe von Sámara im Schildkrötenprojekt Buena Vista. Wenn man hier in der Stadt ankommt, muss man zuerst ein Taxi nehmen, dass einen an die Mündung des Flusses Buena Vista nehmen. Dort wird man dann von einem der Freiwilligen empfangen und muss mit seinem gesamten Gepäck über den Fluss waten. Von dort aus läuft man dann etwa eine viertel Stunde entweder den Strand entlang oder durch den Urwald. Das Camp befindet sich direkt am Strand hinter einem selbst errichteten Schutzwall aus Sand. Es besteht aus drei Brutzonen für die Schildkröteneiern und einer großen hölzernen, mit Wellblech beplankten Hütte, die das Hauptgebäude darstellt und in deren oberen Stockwerk sich der Schlafsaal für die Freiwilligen befindet. Neben der Haupthütte gibt es noch eine kleinere, in der die Assistenten des Campchefs nächtigen, sowie die Hütte des Chefs selbst.

Die Arbeit läuft hier so ab, dass jeder der Freiwilligen zweimal am Tag Schicht hat. Einmal in der Nacht zwei Stunden und einmal am Tag zwei Stunden. In dieser Schicht muss man jede halbe Stunde schauen, ob in der Brutstätte Schildkrötenbabys geschlüpft sind. Ist dies der Fall, müssen diese eingesammelt und an die Stelle am Strand gebracht werden, an der die Schildkrötenmutter acht bis zehn Wochen vorher die Eier im Sand vergraben hat. Dort werden die Kleinen dann freigelassen und sie watscheln dann allesamt in die richtige Richtung, nämlich ins weite Meer.

Ab und zu kommt es dann auch während der Schicht vor, dass die sogenannte Patrouille einen Sack voll frisch gelegter Eier anschleppt. Diese Eier müssen dann in der Brutstätte in einer Tiefe von 45-50cm im Sand vergraben werden. Anschließend wird ein Protokoll aufgenommen, in dem festgehalten wird, wann und wo das Nest mit den Eiern gefunden wurde, wie viele Eier sich darin befanden und an welcher Stelle der Brutstätte die Eier nun vergraben wurden.

Außer den zwei Schichten, die jeder am Tag hat, wird auch morgens nach und manchmal sogar vor dem Frühstück etwas gearbeitet. Dabei handelt es sich dann um Wartungsarbeiten am Camp oder Strandreinigungsarbeiten oder was eben anfällt. Frühstück gibt es um 8oo Uhr, Mittagessen um halb 12 und Abendessen gegen halb 5. Wenn es dunkel wird, ist es nämlich auch wirklich dunkel. Strom gibt es nur von einigen Solarzellen auf dem Dach und dieser wird auch nur zum Laden von diversen Akkus und für Notfälle gebraucht. Daher gehen die meisten Leute im Camp zwischen 19oo und 21oo Uhr schlafen. Das ist angesichts der Nachtschichten aber auch eine ganz gemütliche Uhrzeit.

Heute nacht sind das erste Mal seit ich hier bin Schildkröten geschlüpft. Sonst habe ich bisher jede Nacht nur Gelege vergraben.

Adiós Jacó, hola Sámara!

Heute war mein Letzer Tag in Jacó. Wenn ich mal wieder an einen PC mit Internetanschluss kommen sollte, werde ich auch ein paar Fotos von Gustavos Haus, in dem ich die letzten knapp vier Wocheb gelebt habe, online stellen. Leider war dort seit über einer Woche das Internet kaputt.

Am Wochenende war Kerstin wieder zu Besuch bei mir. Am Freitag haben wir eine sehr interessante Krokodiltour mit Gustavo gemacht. Er hat einen Freund, der solche Touren anbietet und so durften wir kostenlos an so einer Tour teilnehmen. Wir konnten sogar Monica Lewinski, eine über 5m lange Krokodilsdame, streicheln.

Am Samstag kam Besuch aus Coronado: Vier Mädels aus Kerstins Sprachschule kamen nach Jacó und haben dort Surfunterricht genommen und sind mit anschließend mit uns gesurft.

Heute, am Sonntag, habe ich meine Zelte in Jacó abgebrochen. Gerade sitze ich mit Kerstin im Bus nach San José, von wo aus ich morgen früh um 5 die Reise nach Samará in den Nationalpark Bella Vista antreten werde. Dort arbeite ich dann die nächsten drei Wochen mit Schildkröten.

Kein Alkohol am Steuer!!!

Gestern Morgen hat uns eine schreckliche Nachricht ereilt. Ein guter Freund von Gustavo hat in der Nacht betrunken einen Autounfall verursacht und ist dabei ums Leben gekommen. Einige Stunden vorher, als er noch nüchtern war, hat er uns zu acht zum Fußballspielen gefahren. Ein ganz netter Kerl war das. Leider hat er oft gesoffen und hinterließ nun seine beiden drei und fünf Jahre alten Kinder sowie seine Ehefrau. Entsprechend gedrückt war die Stimmung gestern in der Surfschule.

Alltag in der Surfschule

Die letzte Woche passierte hier in Jacó nicht sehr viel neues. Ich bin jeden Morgen um halb 7 aufgestanden und habe mit einem der Surflehrer den Stand am Strand aufgebaut. Danach bin ich surfen gegangen. Mittags hab ich eine Stunde den Stand bewacht um ihn abends wieder abzubauen. Töpfe hab ich keine mehr gespült 🙂

Am Wochenende war Kerstin wieder hier und wir sind mit dem Bus an den nahegelegenen Strand Playa Hermosa zu den Centroamerican Surfing Games 2011 gefahren. Fotos davon gibts bei Kerstin auf dem Blog.

Seit Sonntag hab ich ein eigenes Zimmer, da Rafael nach Brasilien weitergereist ist. Jetzt bleibt mir aber nicht mal mehr eine ganze Woche hier, bevor es weiter nach Samará in den Nationalpark Bella Vista geht. Die Woche über werde ich das selbe tun, wie letzte Woche.

Wochenendbesuch von Kerstin

Am Wochenende hat mich Kerstin besucht. Wir sind am Samstag gemeinsam in den Nationalpark „Manuel Antonio“ gefahren. Dort konnten wir Affen, Faultiere, Waschbären, Schlangen und diverse Vögel in freier Wildbahn beobachten. Kerstin wird demnächst Fotos von diesem Ausflug auf ihrem Blog zeigen.
Am Sonntag waren wir zusammen etwas surfen bevor sie wieder ins kalte Coronado zurückfuhr.

Ich hab mittlerweile etwas mehr zu tun, als einen Topf zu spülen. Am Donnerstag, Freitag und heute war/bin ich den ganzen Tag am Stand der Schule am Strand. Aber ich verbringe natürlich trotzdem viel Zeit im Wasser. Kerstin hat sich beschwert, dass ich so braun sei 🙂

Jetzt bleiben mir hier in Jacó nur noch zwei Wochen, bevor es dann zum Arbeiten in den Nationalpark geht.

Surfstunden verkaufen, Boards vermieten

Nachdem ich gestern den ganzen Tag den Stand am Strand bewacht und viele Kunden angeworben habe (4 Surfstunden à 50$ verkauft und 8 Boards à 10$ vermietet), darf ich heute gleich wieder ran: Von 7oo-17oo ist Strandwache angesagt. Gestern konnte ich nur in der Mittagspause 20 min surfen. Heut wirds vermutlich etwas mehr 🙂

Surfen. Sonst nicht viel.

Außer dem Spülen einiger Töpfe gab es die letzten Tage nichts weiter zu tun als Surfen zu lernen. Ich hatte zwar die Idee, das Bad in Gustavos Haus etwas zu renovieren, die Dusche zu reparieren und es etwas zu „entsiffen“. Jedoch bedarf dieses Vorhaben Aktionen seiterseits: Werkzeug und Material kaufen, mir seine Wünsche mitteilen… Und wie die Costaricaner so sind, machen wir das dann eben alles mañana. Ich vermute, da passiert nichts, bis ich wieder gehe in gut zwei Wochen.

Heute hab ich Fabi getroffen, ein Ehemaliger Mitspieler in meiner Eishockeymannschaft. Mit ihm war ich heute auf den Wellen unterwegs, am Freitag fliegt er wieder heim. Er hat auch folgendes Foto von mir gemacht:

Morgen werde ich den ganzen Tag arbeiten müssen. Einer der Surflehrer hat frei und somit muss ich den Stand bewachen während die anderen Unterricht geben. Um 7 Uhr gehts los.

Gustavos Haus

Hier wohne ich gerade: http://geohash.org/d1eydr5yntj9